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Aus 3 Pflegestufen werden 5 Pflegegrade

Die neuen Pflegegrade

Wie werden die neuen Pflegegrade festgelegt?

Seit Anfang 2017 wird im Gegensatz zum alten Verfahren nicht die Zeit gemessen, die zur Pflege der betroffenen Person nötig ist. Stattdessen werden die Aktivitäten eines pflegebedürftigen Menschen in den folgenden sechs die Pflege betreffenden Bereichen untersucht:

  1. Mobilität (Beweglichkeit)
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (Verstehen und Artikulieren)
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung (z.B. Essen, Einkaufen)
  5. Bewältigung von uns selbstständiger Umgang mit krankheits-/therapiebedingten Anforderungen oder Belastungen
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

In jedem Bereich werden umso mehr Punkte für Unterkategorien vergeben, je stärker eingeschränkt die Fähigkeiten der zu beurteilenden Person sind. Abschließend werden die unterschiedlichen Bereiche abhängig von ihrer Bedeutung für den Alltag gewichtet. Die Bereiche 2 und 3 stellen hierbei Ausnahmen dar. Von diesen wird nur der höher bewertete – also der, in dem die meisten Schwierigkeiten auftreten – für die Beurteilung berücksichtigt.

Pflegestufen 0-3 vs. Pflegegrade 1-5 (ab 2017)

Anhand der Ergebnisse der Prüfung wird der Pflegebedürftige in einen der fünf Pflegegrade eingeordnet.

Pflegestufe Pflegegrad Punkte Kurzbeschreibung der Beeinträchtigung
11 12,5 bis unter 27 gering
00 2 27 bis unter 47,5 erheblich
1
1 +e.A. 3 47,5 bis unter 70 schwer
2
2 +e.A. 4 70 bis unter 90 schwerst
3
3 +e.A. 5 90 bis 100 schwerst; mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung
3 +Härtefall

Gleichstellung von Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen

Mit die wichtigste Neuerung bei der Pflegereform 2017 ist die Gleichstellung von Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen. In der neuen gesetzlichen Pflegeversicherung können somit die über 1,6 Millionen demenzkranken Menschen in Deutschland erstmalig ebenfalls in einen der höheren Pflegegrade eingestuft werden und so höhere Leistungen aus dem gesetzlichen System bekommen.

Die alte Pflegestufe 0

Offiziell gab es früher keine Pflegestufe 0. Diese Bezeichnung hat sich jedoch durchgesetzt, nachdem es seit der Pflegereform 2008 zumindest geringfügige Leistungen für Menschen mit geistigen Einschränkung wie etwa einer Demenz-Erkrankung gab, die nicht in eine der eigentlichen Pflegestufen I bis III eingestuft worden waren. Die Pflegestufe 0 kann daher nicht mit dem Pflegegrad 1 gleichgesetzt werden.

Der neue Pflegegrad 1

Der Pflegegrad 1 umfasst Menschen mit einem sehr niedrigen Hilfsbedarf und Anspruch auf nur geringe Geldleistungen wie z.B. Beratungsangebote.

Monatlicher Leisungsanspruch

Die folgende Tabelle zeigt, mit welchem Pflegegrad man welchen finanziellen Leistungsumfang erwarten kann.

€-Zeichen

Kateorie \ Pflegegrad 1 2 3 4 5
Geldleistung ambulant 125 € 316 € 545 € 728 € 901 €
Sachleistung ambulant 689 € 1.298 € 1.612 € 1.955 €
Leistungsbetrag stationär 125 € 770 € 1.262 € 1.775 € 2.005 €